21. August 2017

Rezension: "Everflame - Feuerprobe" von Josephine Angelini


Titel: Everflame - Feuerprobe
Autor: Josephine Angelini
Verlag: Dressler
Preis: 19,99€
Seiten: 480

Es ist einige Jahre her, dass ich die „Göttlich-Trilogie“ gelesen habe, aber ich habe sie geliebt. Sehr sogar. Und deswegen wollte ich schon lange die „Everflame-Reihe“ von Josephine Angelini lesen. Nach und nach wünschte ich mir die Bücher und hatte letztendlich die gesamte Reihe ungelesen im Regal. Ein Umstand, den ich bereinigen wollte. Also griff ich zum ersten Teil „Everflame – Feuerprobe“. Der Klappentext klang interessant und der Einstieg ins Buch gelang schnell. Doch irgendwie wurde alles immer komplizierter, abstrakter und auch ein bisschen ziellos. Mich konnte das Buch leider nicht fesseln, obwohl es tolle Stellen gibt. Meine Hoffnungen ruhen nun auf Band zwei, denn von „Feuerprobe“ hatte ich mir deutlich mehr erwartet.
Liebe schmerzt. Welten kollidieren. Feuer tötet. Feuerrote Locken, unglücklich verliebt und so ziemlich gegen alles allergisch, was es gibt: Lily Proctor ist 17 und die Außenseiterin an der Highschool von Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als von hier zu verschwinden - und findet sich in einem furchterregenden anderen Salem wieder, in dem mächtige Frauen herrschen. Die stärkste und grausamste dieser »Crucible« ist Lillian - und Lily wie aus dem Gesicht geschnitten. Sind Lilys Allergien und Fieberschübe tatsächlich magische Kräfte und ist sie selbst eine Hexe? In einem Strudel aus gefährlichen Machtkämpfen und innerer Zerrissenheit, begegnet Lily sich selbst - und einer unerwarteten Liebe. Ein mitreißender Pageturner mit starken Gefühlen: schicksalhafte Entscheidungen, Magie, Spannung und Liebe mit einer Heldin zwischen zwei Männern, zwei Welten und zwei Identitäten.
Vom „mitreißenden Pageturner“ der im Klappentext angepriesen wird, würde ich nicht sprechen. Wie ich bereits erwähnte, ist es längere Zeit her, dass ich „Göttlich“ las, aber ich hatte Angelinis Stil als sehr flüssig in Erinnerung. Aber irgendetwas störte mich bei „Everflame“. Der Anfang war noch sehr flüssig, aber dann turnten die Pages immer seltener. 
Wir lernen gleich am Anfang Lily kennen, ein Mädchen, das ganz normale Wünsche und Träume hat und durch ihre Gesundheit nichts davon umsetzen kann. Sie ist stark allergisch und hat immer wieder Fieberschübe. Nur ihr bester Freund und ihre Schwester wissen mit all diesem umzugehen und sind immer für sie da. Dass Lily aber besagten besten Freund liebt, der im  Allgemeinen als Frauenschwarm gilt, ist dabei wenig hilfreich. Als Lily merkt, dass Tristan niemals das Gleiche für sie empfinden wird, will sie ihre Welt einfach nur verlassen. Dass ihr Wunsch aber so schnell erhört wird, kann niemand ahnen. Denn plötzlich befindet Lily sich in einer Parallelwelt. Und viel schlimmer noch: In dieser Welt existiert bereits eine andere Version von ihr. Und diese Lilian ist mächtig und herrscht über das Land – denn sie ist eine Hexe. Kann das die Erklärung für Lilys Krankheitsakte sein? Trägt sie Hexenmagie in sich?
Ich muss sagen, dass ich das Konzept zwar interessant finde, es mich aber nicht vollkommen überzeugt. Parallelwelten und zwei Identitäten finde ich gut. Das ermöglicht viel Spielraum. Aber die Umsetzung ist dann doch etwas chaotisch geworden. Nachdem Lily im anderen Salem gelandet ist, ist sie orientierungslos und der Leser mit ihr. Erst nach und nach erschließt sich die neue Welt, die so vollkommen anders ist als alles bisher Gekannte. Schnell trifft Lily auf Rowan, jemanden, den sie aus ihrer Welt nicht kennt. Ganz im Gegensatz zu Tristan oder Juliette. Rowan ist geheimnisvoll und weckt tiefe Gefühle in ihr. Doch er ist auch Lilians Helfer gewesen und scheint vor Lily Dinge geheim zu halten. Die beiden haben eine tiefe Verbindung, aber irgendwie kommt die so nebenbei. Mich hat die Art zu erzählen gestört. Ich hatte das Gefühl, als wenn wichtige Dinge in einem Absatz abgearbeitet werden und man mit zu wenig Aufmerksamkeit Wichtiges verpasst. Die Entwicklungen zwischen Lily und Rowan sind in einem Kapitel schleichend und schön. Und dann kommen die tiefen Gefühle innerhalb von zwei Sätzen in einem anderen Kapitel. Ich empfand diese Entwicklungen als sprunghaft und konnte nicht immer folgen. Irgendwie verlor Josephine Angelini den Fokus und macht die Geschichte so sehr kompliziert. Und das ist sie ohnehin schon, da der Aufbau der Hexenwelt komplex ist. Die Idee will ich weiterhin loben, denn für mich war alles neu und innovativ. Aber der erste Teil muss sicher als Art Einstieg gehandelt werden, in dem der Grundstein der Geschichte gelegt wird. Dieser Grundstein braucht dann beinahe 500 Seiten…Mir erscheint das zu lang. Für mich gab es keinen richtigen Höhepunkt in der Geschichte. Viele Handlungen scheinen ziellos und die Zeit vergeht einfach. Allerdings sind auch gewisse Geschehnisse sehr spannend, keine Frage. Die Beziehungsentwickelungen sind ebenfalls interessant. Aber vor allem zwischen Rowan und Lily hatte ich mir mehr gewünscht. Hier nahm sich die Autorin zu wenig Zeit – und manchmal eben viel zu viel. Es ist schwer zu beschreiben, aber die Handlung war einfach nicht immer durchdacht, vielleicht weil sie gerade so komplex ist.
Die Figuren gefallen mir im Grunde gut, auch wenn klar ist, dass Lily noch eine große Entwicklung durchmachen wird. Rowan ist ein toller Typ, von dem man hoffentlich noch mehr erfahren wird. Auch Tristan und Caleb sind liebenswert. Und Lilian, die große Hexe von Salem, ist Lily sicher sehr viel ähnlicher, als es anfangs den Anschein macht. Kein Wunder, wenn es eigentlich nur zwei Versionen der gleichen Person sind. 
Der Stil gefiel mir nicht so gut, wie ich schon sagte. Auch fand ich es störend, dass die Kapitel immer gute 40 Seiten lang sind. Ich fand kaum ins Buch und mich konnte das neue Salem auch nicht fesseln. Wie gesagt, ein Pageturner war es für mich nicht.
Die Handlung ist durchaus gut und hat seine spannenden Momente. Mir fehlte aber die Zielausrichtung, der Fokus. Vieles war schwammig und wenig verständlich. Manche Abfolgen konnte ich einfach nicht nachvollziehen, auch wenn diese vielleicht Sinn ergeben haben. Die Handlung hat viel Potenzial, aber im ersten Teil wurde das nicht ausgeschöpft. Vielleicht soll man auch manches einfach noch nicht verstehen. Mich schreckt das allerdings eher ab, als dann ich weiterlesen will.


Ich hatte mir von „Everflame – Feuerprobe“ deutlich mehr erwartet. Das Thema der Hexen ist gut ausgearbeitet, aber manchmal sehr verwirrend umgesetzt. Für mich artete Vieles in Chaos aus und ich konnte der eigentlich guten und auch spannenden Handlung nicht folgen. Die Charaktere sind gelungen, auch wenn Vieles unklar bleibt. Auf jeden Fall hat die Geschichte noch viel Luft nach oben, die hoffentlich in Band zwei dünner wird. Ich vergebe für eine gute Idee und eine schwankende Umsetzung drei von fünf Spitzenschuhen.



20. August 2017

Mein SuB kommt zu Wort: Karli #15

Hallo ihr Lieben!



Es wird wieder Zeit für das monatliche SuB-Interview und mein lieber Karli steht bereits in den Startlöchern. Er lechzt danach die Tastertur zu übernehmen...gieriges kleines Ding ;) 



Ich denke, viele von euch wissen bereits, worum es bei der Aktion "Mein SuB kommt zu Wort" geht. Wenn nicht, dann schaut doch gern bei der lieben Anna vorbei. Die Aktion läuft schon eine ganze Weile und Karli und ich sind auch schon seit über einem Jahr mit von der Partie :)
Aber genug der Vorworte. Mein SuB - entschuldigt, so will er nicht genannt werden - KARLI übernimmt dann jetzt die Macht auf diesem Blog ;) Ob ich sie wieder erlangen kann?!

Los geht's!



1. Karli, wie groß bist du aktuell?


Halli Hallo und herzlich willkommen! :)
Diesmal hat Julia sich bei ihrer Vorrede ja tatsächlich relativ kurz gehalten. Umso besser! Dann bleibt mehr Platz für mich und mein Interview :P Ich freue mich wie immer sehr, dass ich dabei sein darf. Für mich ist der SuB-Talk ja ein wahres Highlight. Quasi DAS Monatshighlight...Dann mal los.

Im letzten Monat war ich sehr zufrieden mit Julia. Sie hat sich aufrichtig für ihre wenig liebevolle Behandlung entschuldigt und angestrengt an meiner Größe zu arbeiten. Scheinbar hilft die Jammer-Dauerschleife endlich ein bisschen. Aber Halt. Ein bisschen korrigieren muss ich. Denn obwohl meine vertrottelte Besitzerin an mir gearbeitet hat, hat sie sich auch ein bisschen verzettelt. Bisher war der August nicht erfolgreich, denn es wurden nur vier Bücher gelesen. Leseflaute? Vielleicht. Aber Julia hatte auch viel um die Ohren. Sie ist nun offiziell keine Studentin mehr, denn sie hat ihren Master abgeschlossen, jede Prüfung hinter sich gebracht und ihre Endnote erhalten. Hut ab! :)
Aus meiner Sicht ist das natürlich traurig, weil Julia mich sicher sonst noch weiter hätte schrumpfen lassen können, wären diese Abschluss-Vorbereitungen nicht gewesen :P. Aber ich verzeihe ihr gern. Denn: Ich habe im Vergleich zum Vormonat trotzdem abgenommen. Nur um ein Buch, aber hey. Von nichts, kommt nichts. Im letzten Monat war ich 117 Bücher groß. Heute bin ich 116 Bücher groß. Also ein winziges klitzekleines bisschen kleiner als im letzten Monat. High Five!




2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen - zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel.



Wie gesagt, die ein oder andere Streicheleinheit mehr hätte mir schon gut getan. Allerdings arbeitet Julia grade an zwei relativen SuB-Leichen, die so nebenbei gelesen werden. Sie gibt sich also Mühe bei der Pflege.
Das war nicht die Frage?
Ach stimmt ja. Ihr alle meint ja immer mit "Pflege" meinen Zuwachs. Mein Futter. Naja, verhungern tue ich jedenfalls nicht :D
Nun gut. Ja, ich bin gewachsen. Wer im letzen Monat den "Neuzugänge-Post" gelesen hat, weiß dass daran Julias Schwägerin Schuld ist. Mal wieder. Sie hat Julia "freundlicherweise", wie meine Besitzerin nie müde wird zu betonen, ihre Bücher der House-of-Night-Reihe überlassen. Das waren mal eben fünf neue Bücher. Aber was soll's. Eines davon hat sie immerhin auch schon gelesen. An Selbstanschaffungen gab es nur eine. Und das war "Schicksalsbringer" von Stefanie Hasse. Das Buch war in diesem Monat in der Bookish-Prophet Box und Julia hätte wirklich nichts besseres passieren können. Denn es stand auf der Wunschliste und so konnte sie es von den Geburtstagswünschen streichen. Hier war große Freude ausgebrochen kann ich euch sagen :D 

Die anderen beiden Schätze, die ich euch präsentiere, sind Rezensionsexemplare, über die ich mich ausnahmsweise auch mal gefreut habe :P



  

Ich gebe es ja zu. Julia hat mich zu einem Star Wars-Fan gemacht. Aber was soll ich auch tun? Ich sitze hier im Arbeitszimmer ja fest und wenn sie dann beim Puzzlen die gesamte Saga hört, kann ich mich ja nicht verstecken :P Deswegen habe ich mich sehr gefreut, als Julia erst Episode IV und aktuell Episode V hört. Bin ich jetzt ein Freak?



3. Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, eine Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?


Oh, stellt mir eine leichtere Frage. Bisher ist Julia im August so richtig schwach. So schwach wie selten. Derzeit sind im August erst vier Bücher gelesen worden, wie ich schon sagte. Ist das zu fassen? Und das vierte hat sie erst gestern geschafft. Also ich sehe wirklich schwarz für den August...
>.<
Als letztes hat mich "Everflame - Feuerprobe" von Josephine Angelini verlassen. Und Julia hatte an dem Buch wirklich zu knabbern. Traurig. Sie hat eine ganze Woche für das Buch gebraucht. Ein Armutszeugnis. Und irgendwie ist sie auch deswegen in einer Art Leseflaute. Aber die wird hoffentlich bald beendet. es kann ja nicht immer alles rosig sein :P

Eine Rezension gibt es noch nicht, auch wenn das Tippen dieser auf der heutigen To-do-Liste steht. Lasst euch von einem Experten sagen lassen: Das wird heute nichts mehr. Also kann ich leider keinen Link präsentieren :P




4. Lieber Karli, zeige uns doch mal dein kleinstes und dein größtes Buch!


Hui, das ist ja mal ein interessanter Auftrag - an dem ich ganz großartig gescheitert bin. Ich habe gar nicht so riesige Größenunterschiede. Und das fiel mir erst auf, als diese Aufgabe kam. Ich zeige euch natürlich trotzdem drei Bücher. Ja, drei. Eines davon ist eine Art Nachschlagewerk und deswegen zählt es laut Julia nicht zu mir :P 
Ts...


Mein größtes Buch wäre dann "Frauen, die Geschichte machten". Das ist eine der angesprochenen SuB-Leichen, an denen Julia derzeit arbeitet. In dem Buch wird die Geschichte von sechs historisch wichtigen Frauen geschildert. Zwei von sechs Biographien hat Julia immerhin schon gelesen ;) :P
Mein kleinstes Buch ist eines aus dem Diogenes-Verlag. "Soloklows Universum" ist derzeit das einzige Diogenes-Buch bei mir und wie man weiß haben die ja ein recht kleines Format. Es unterscheidet sich aber nicht stark von anderen. Trotzdem will ich es hier mal nennen. Ich merke also: Ich sollte mir dringend größere und kleinere Bücher anschaffen :D



Es ist doch nicht zu fassen! Sind wir schon wieder am Ende?! O.o Immer wenn es am schönsten ist. Nun gut. Da mein Tipp mit der fünften Frage noch keinen Anklang gefunden hat, werde ich mich jetzt wohl verabschieden müssen. Dann bereite ich mich schon mal gedanklich auf den nächsten Monat vor. Hui :) Auf jeden Fall werde ich meine Jammertiraden wieder verstärken. Vielleicht bekomme ich Julia ja so aus ihrer kleinen Flaute heraus. Man sollte den Einfluss eines SuBs nie unterschätzen - erst Recht nicht, wenn er ein Eigenleben entwickelt hat!


In diesem Sinne! Ich freue mich aufs nächste Mal,

euer Karli




Oh mann, nie hätte ich gedacht, dass Karli so philosophisch und lebensweise sein kann. Sein letzter Satz hat mich jetzt sehr überrascht! Aber es ist was Wahres dran, unterschätzt nie euren SuB - erst Recht nicht, wenn er euch seinen Willen aufdrängt :D 
Ich liebe diese Interviews mindestens genauso sehr wie Karli. Und ich finde, er hat seine Aufgabe wieder einmal sehr gut gemacht :) Ich verspreche, dass ich aus meiner Flaute herauskommen werde, Kleiner! Du sollst dieses Jahr noch kleiner als 100 Bücher sein! Großes Indianer-Ehrenwort!


Was hatten eure SuBs in diesem Monat so zu sagen? :) 
Habt ihr größentechnisch auch wenige Unterschiede auf euren SuBs? 



Eure Julia



19. August 2017

[Aktion]: Kleine Blogs in Sicht!

Hallo ihr Lieben!



In der letzten Woche war es sehr ruhig um mich und das tut mir leid. Ich hätte wirklich gern etwas gepostet. Zumindest würde ich jetzt gern sagen, dass ich dafür lediglich nicht die Zeit hatte. Aber leider wäre das gelogen. Der Grund, warum ich nichts geschrieben habe, ist der simpelste, den ihr euch vorstellen könnt: 
Ich habe nicht gelesen.

Ups.
Jetzt ist es raus.

Im Moment hänge ich an einem Buch, das ich bereits seit einer Woche lese. Ziemlich traurig, wenn ich mir überlege, dass ich im letzten Monat alles durchgesuchtet habe, was mir unter die Finger kam. Aber gut, es liegt nicht an dem Buch und ich habe eigentlich auch keine Leseflaute. Ich hatte einfach andere Sachen im Kopf. Ihr kennt das sicher. 
Gestern hatte ich meine Verteidigung meiner Masterarbeit und ich habe sie erfolgreich gemeisert. Sehr sogar. Und jetzt....jetzt bin ich keine Studentin mehr :'( ARGH!
Ich wusste, dass der Tag kommen würde, aber irgendwie stimmt es mich trotzdem traurig :D Dass ich also mit den Gedanken nicht beim Bloggen war, ist sicher nachvollziehbar.






Lange Vorrede und nun komme ich auch endlich zum Punkt.

Trotz meiner aktuellen Ruhe mache ich mit großer Freude bei einer Aktion mit, die Mareike von Die Bücherkrähe ins Leben gerufen hat. Ich habe Mareike auf der letzten LBM kennengelernt und ich finde ihre Aktion "Kleine Blogs in Sicht" einfach perfekt. Sie ist die ideale Gelegenheit neue Blogs kennen zu lernen, die eben nicht so riesig sind. Eigentlich geht es nur darum, sich auszutauschen, zu stöbern und neue Blogger kennenzulernen. Bisher habe ich schon so viele tolle Blogs gesehen, die ich allesamt vorher nicht kannte. Und das ist ja der Sinn der Sache. Kommentieren, austauschen, plaudern. Sagen wir es so.
In den letzten zwei Tagen hatte ich noch nicht so viel Zeit für die Aktion. Aber morgen werde ich noch einmal sehr viel Zeit aufs Stöbern verwenden.
Und damit die lieben Menschen, die aufgrund der Aktion bei mir gelandet sind auch wissen, dass ich durchaus aktiv bin, schreibe ich diesen Post. Also: Leute, eigentlich poste ich regelmäßig :D Aber gerade in dieser Woche fehlte mir der Kopf dazu.
Morgen folgt dann auch das nächste SuB-Interview und ich hoffe auch, dass endlich wieder eine Rezension kommt. Hui..Aber gut, ich glaube nicht, dass ich mich verteidigen muss ;) Habe ich ja gestern schon...haha....

Schaut doch auch bei den mitmachenden Blogs vorbei. Es lohnt sich :)



Ich melde mich morgen wieder! 

Bis dahin,
eure Julia

12. August 2017

Rezension [Zerriss]: "HoN - Erwählt" von P. C. Cast & Kristin Cast


Titel: House of Night - Erwählt
Autor: P. C. Cast & Kristin Cast
Verlag: Fischer
Preis: 16,95€
Seiten: 448

Mit Neugier begann ich vor einer Weile die „House of Night“-Reihe. Ich las die ersten beiden Bände und griff zuversichtlich zum dritten Teil, den ich mir natürlich bereits besorgt hatte. Aber langsam dämmerte mir, dass all die Stimmen, die in Richtung „Ich-habe-die-Reihe-abgebrochen“ nicht unbegründet auftauchten. Einige Bekannte sagten mir „Und es wird immer noch schlimmer“ und deuteten damit Zoes Nervigkeit und all ihre Männergeschichten an. Leider muss ich sagen, hatten all diese Stimmen Recht. Mit jeder Seite war ich von der Protagonistin mehr genervt, konnte nicht glauben, was die Geschichte für eine Richtung einschlug und wie absurd doch alles war. An einer bestimmten Stelle spielte ich mit dem Gedanken das Buch abzubrechen – aber ich breche einfach keine Bücher ab. Selten hat mich ein Buch mehr aufgeregt als „Erwählt“ und trotzdem sehe ich weiterhin das Potenzial in der Geschichte. Im Moment lautet meine Parole: Durchhalten. Die Reihe wird sicher wieder besser. Der dritte Band ist allerdings ein Tiefpunkt.
Dunkle Mächte sind im House of Night am Werk und Zoeys Erlebnisse im Internat nehmen eine rätselhafte Wendung. Zoeys beste Freundin Stevie Rae ist untot und versucht mit aller Macht, ihre Menschlichkeit nicht vollends zu verlieren. Und Zoey hat keine Ahnung, wie sie ihr dabei helfen kann, aber sie spürt, dass alles, was sie und Stevie Rae herausfinden vor den anderen im House of Night geheim gehalten werden muss. Denn plötzlich scheint es keinen mehr zu geben, dem sie wirklich vertrauen können. Als es kaum noch schlimmer kommen kann, werden Leichen gefunden: ermordete Vampyre! Aber Zoey findet heraus, dass nichts so ist wie es scheint…
Wenn ich zusammenfassen müsste, worum es in „Erwählt“ geht, dann würde ich Zoey zitieren: „Ich glaube ich bin ein Flittchen.“ Denn das ist eigentlich das Einzige, womit sich die Jungvampyrin auseinandersetzt. Sie ist sich der Tatsache vollkommen bewusst, dass sie dreigleisig fährt. Oh ja, nicht zweigleisig. Nein, dreigleisig. Sie hat drei Freunde, ach wie nett. Da wäre einmal ihr offizieller: der Schulschwarm Eric, der total süß und lieb ist und sie auf Händen trägt. Aber Zoey schafft es eben auch nicht mit ihrem menschlichen Freund Heath Schluss zu machen, weil sein Blut ja so „geil“ ist. Und als wäre das noch nicht genug, treibt sie es auf die Spitze und betrügt Eric noch mit dem heißesten Kerl der Welt: ihrem Lehrer Loren Blake. Uuuh…Er ist ja so hot. Und er ist ein Mann. Oh ja, mir läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an diesen männlichen Mann denke, bei dem Zoey sich wie eine frauliche Frau fühlt...

WHAT?! IM ERNST JETZT?!

Begann die Reihe nicht noch sehr süß mit Internatsproblemen, Freunden, einer kleinen Liebesgeschichte und dem Verdacht, dass etwas viel Größeres abgeht? Oh ja, ich erinnere mich gut. Wann bitte haben die Autorinnen sich in diesem Mist verloren? Ich konnte wirklich nicht mehr mitzählen, wie oft Zoey selbst denkt, dass sie eine Schlampe ist. Und ja, jedes Mal sagte ich laut zu mir: „Sehe ich genauso“. Und immer wenn man denkt, dass sie das jetzt auf die Reihe bekommt, wird alles einfach noch viel schlimmer. Für den Leser ist Zoey eine reine Qual. Ihre Männergeschichten sind für mich wirklich das Highlight der Schlechtigkeit, aber auch im Allgemeinen ist Zoey einfach nur noch dämlich. Sie entwickelt sich zu einer Antagonistin und ich habe ihr einfach ALLES gegönnt, was am Ende des Buches geschieht. Ich weiß wirklich nicht, ob ich sie jemals wieder als Heldin der Geschichte wahrnehmen kann. Denn das ist sie derzeit definitiv nicht. Am allerschlimmsten war für mich übrigens ihre Entjungferung. Leider kann ich hier kein Bild meiner angewiderten Miene zeigen, aber stellt sie euch einfach vor.
Es ist mir ein Rätsel, wie man Ideale und Werte in einem Jugendbuch so durch den Dreck ziehen kann. Denn ich hatte das Gefühl, als wenn die Autorinnen es so darstellen, als wäre es sogar okay, dass Zoey eben mehrere Kerle auf einmal hat, die nichts voneinander wissen. Ich kann mein Entsetzen wirklich nicht beschreiben. So etwas gehört nicht in ein Jugendbuch. Punkt.
Aber zum Glück erntet Zoey das, was sie säht und all ihre Freunde wenden sich von ihr ab. Immerhin. Derzeit tendiere ich ja fast dazu, auf Neferets Seite umzuschwingen, aber das würde heißen, dass ein Krieg gegen die Menschen okay wäre. Ist es auch nicht. Also mal abwarten, zu welchem Team ich in Zukunft halten werde.
Die ganze Neferet-Geschichte wird übrigens nur auf Sparflamme erzählt. Eigentlich haben die beiden Kontrahentinnen kein Aufeinandertreffen in diesem Buch. Der eigentliche Kampf wird also deutliche verschoben – logisch, wovon sollen die anderen acht Bücher auch sonst handeln?!
Wenn ich es also auf den Punkt bringen darf: Die eigentliche Handlung der Reihe ist in „Erwählt“ vollkommen egal und es wird lediglich die Zeit darauf verwendet um darzustellen in was für eine falsche Richtung sich Zoey entwickelt. Ich denke sogar, dass das tatsächlich die Absicht der Autorinnen war, aber durch ihre drastischen Maßnahmen, muss man nach diesem Buch wirklich überlegen, ob man die Reihe weiterlesen will. Wegen moralischer Verwerflichkeit kann man das durchaus lassen.
Ich werde trotzdem weiter lesen. Das hat den simplen Grund, dass ich an irgendetwas in der Geschichte noch glauben will. Ich kann einfach nicht fassen, dass die Cast Familie ihre tolle Idee so verhunzt haben soll und glaube mal, dass es wieder besser wird. Hoffentlich. 
Trotz der furchtbaren Plotentwicklung las ich das Buch schnell und zwar nebenbei. Der Stil ist gut und es passiert immer wieder etwas, worüber man den Kopf schütteln muss. Langweilig ist das Buch keinesfalls, aber man muss sich ein dickes Fell anschaffen und das Verhalten der Protagonistin reflektieren. Warum ich das Buch dennoch schnell las, kann ich nicht sagen. Aber Zoeys Welt hat weiterhin Potenzial – auch wenn dieser Band unnötig war. Abgesehen von der Entwicklung um Stevie Rae. Aber das war’s.
Dazu noch ein paar Worte. Ich bin wirklich froh, dass Stevie Rae weiterhin vorkommt, auch wenn mich ihre Geschichte irritiert. Sie war immer die coolste Figur in den Büchern, obwohl ich auch Damien und Eric toll fand. Aber wer hätte gedacht, dass in diesem Buch der sympathischste Charakter Aphrodite sein würde. Nun ja, ich sag ja: Komische Entwicklungen.

Ich habe „Erwählt“ stark kritisiert. Wahrscheinlich stärker als die meisten Bücher. Doch die moralischen Vorstellungen der Protagonistin sind einfach nicht in Ordnung. Eine 18-Jährige sollte nicht dreigleisig fahren und einen dieser Männer auch noch ihren Lehrer sein lassen. Sie sollte ihre Freunde nicht hintergehen und so egoistisch handeln. Zoey ist einfach nur grauenhaft und nicht mehr als Heldin einer Jugendbuchreihe geeignet. Auch handlungstechnisch lässt dieses Buch zu wünschen übrig. Und dennoch hat es spannende Passagen und einen guten Stil. Ich sehe weiterhin Potenzial in der Geschichte, wünschte mir aber, dass die Autorinnen diesen Band nie so geschrieben hätten. So vergebe ich grade noch 2,5 Spitzenschuhe.



9. August 2017

Rezension [Hörbuch]: "Star Wars Episode IV - Eine neue Hoffnung" von George Lucas


Titel: Star Wars Episode IV - Eine neue Hoffnung
Autor: George Lucas
Sprecher: Wolfgang Pampel
Verlag: Random House Audio
Preis: 11,95€
Seiten: 256
Dauer: 6h 58m

Als ich noch klein war, schaute meine Mama mit mir den Film „Star Wars Episode IV – Eine neue Hoffnung“ und berichtete mir dabei, wie sie den Film damals im Kino sah. Es war ihr Lieblingsfilm und in den 70ern sorgte er aufgrund seiner Effekte ja auch für Furore. Ich mochte den Film. Aber meine Generation liebt die Episoden I-III eben ein wenig mehr. Nachdem ich diese Episoden aber bereits als Hörbücher gehört hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie die älteren Episoden sich als Buch machen und griff zum Hörbuch zu Episode IV. Das Buch wurde im Übrigen von George Lucas selbst geschrieben, was es von den anderen fünf Episoden unterscheidet. Das Hörbuch bietet tolle Unterhaltung und ist für jeden Star Wars Fan wie mich absolut ideal. Allerdings verdeutlicht es nicht so stark verschiedene Hintergründe, wie es in den Episoden I-III der Fall ist und auch Wolfgang Pampel bleibt hinter dem Können von Philipp Moog als Sprecher zurück. Dennoch ist seine Stimme perfekt für diese Geschichte, ein paar Schwächen beinhaltet sie aber.
Fast vollständig wurden die Jedi-Ritter vernichtet, doch eine Rebellengruppe widersetzt sich den Befehlen Darth Vaders: Der junge Luke Skywalker erfährt von Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi seine Bestimmung - und nimmt gemeinsam mit dem Schmuggler Han Solo und Prinzessin Leia Organa den Kampf gegen die Dunkle Seite der Macht auf...
Ich freue mich jedes Mal, wenn ich mich zurück ins Star Wars-Universum begeben kann. Die weit weit entfernte Galaxis, lange vor unserer Zeit ist mir einer der liebsten fiktiven Orte. Die Geschichten, die in ihr spielen sind spannend und unterhaltsam. Und nun widmete ich mich der allerersten Episode, die aus der Hand von George Lucas stammt: „Eine neue Hoffnung“.  Die Geschichte, mit der alles begann. Denn obwohl ich die Prequel-Filme mehr liebe, bin ich mir der Bedeutung der eigentlichen Saga bewusst. 
Das Hörbuch ist relativ kurz mit seinen sieben Stunden und spiegelt sehr deutlich den Film wider. Es gibt einige Szenen, die dazu geschrieben wurden und die das Verständnis des Hörers erweitern. Diese halten sich aber in Grenzen. In den jüngeren Episoden nehmen diese Teile mehr Raum ein. So ist die Handlung aber sehr stringent und man wird dennoch mit Zusatzinfos versorgt. Es gibt keine großen Unterschiede zum Film und für die filmische Atmosphäre sorgt die Stimme von Wolfgang Pampel, dem Synchronsprecher der Rolle Han Solo. Für mich klang der Sprecher manchmal etwas ruppig und lieblos. Man hörte manchmal, wenn die Kapitel zusammengeschnitten wurden, da sich die Tonlage veränderte. Allerdings hatte ich im Vorhinein schon gelesen, dass Pampel nicht überzeugen kann. Das empfand ich nicht so. Denn er verstellt seine Stimme den Charakteren entsprechend durchaus, wenn auch nicht so stark, wie es möglich wäre. Aber er liest mit viel Ruhe und Kraft. Für mich war er ein sehr passender Sprecher, denn auch Han Solo ist für mich ein toller Charakter, dem die Ehre gebührt, dieses Buch zu sprechen.
Die Geschichte an sich ist spannend und kurzweilig. Am Ende, im entscheidenden Angriff, verlor ich leider ein wenig die Übersicht. Aber man kann der Geschichte durchaus folgen. Es gibt humorvolle Stellen und so wird das Hörbuch zu wunderbarer Unterhaltung. Manchmal fiel mir der Stil von George Lucas etwas negativ auf, denn seine Vergleiche und Methaphern kamen mir merkwürdig vor. Irgendwann vergleicht er etwas mit einer Katze, was für mich ein Tier war, das absolut nicht in diese Galaxis gehört. Solche Momente ließen mich dann aufhorchen. Manchmal ist der Stil einfach nicht so galant, wie man es aus manch anderen Büchern kennt. Aber der Stil ist dennoch passend zur Geschichte und gerade durch die Handschrift von Lucas so authentisch.
Was mir außerdem gut gefiel, ist dass die Verbindung zwischen Episode III und IV deutlich wird. Ich finde, dass einiges klarer wird, dass Strukturen sichtbar gemacht werden. Und schon allein deswegen lohnt sich das Hören. 
Ich denke, zu den Charakteren brauche ich nicht viel zu sagen, da sie allgemein bekannt sind. Meine Lieblinge bleiben Obi Wan Kenobi und Chewbacca. Luc erscheint, wie auch im Film, etwas unbedarft und naiv. Doch seine Entwicklung kommt ja noch, wenn die Macht erst so richtig mit ihm ist.

„Star Wars Episode IV – Eine neue Hoffnung“ hat all meine persönlichen Hoffnungen erfüllt und reiht sich in eine gelungene Hörbuch-Reihe ein. Manchmal fehlt dem Sprecher Wolfgang Pampel zwar das Feingefühl für die Geschichte, doch auch der Autor George Lucas hätte Kleinigkeiten besser machen. Beides ändert nichts an der spannenden Geschichte, die den Anfang dieses großen Epos bildet. Ich hatte viel Spaß beim Hören und kann Episode V kaum erwarten. Ich vergebe 4 Spitzenschuhe. Möge die Macht mit ihnen sein.





8. August 2017

Rezension [Klassiker]: "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen


Titel: Stolz und Vorurteil
Autor: Jane Austen
Verlag: Fischer Klassik
Preis: 8,00€
Seiten: 448

"Stolz und Vorurteil" ist einfach das perfekte Buch. Punkt.

Nicht weniger als fünf Töchter haben die Bennets standesgemäß unter die Haube zu bringen. Kein leichtes Unterfangen für eine Familie auf dem Land, die nur über ein bescheidenes Vermögen verfügt. Ausgerechnet die intelligente Elizabeth, das Lieblingskind des Vaters, erweist sich als besonders schwieriger Fall. Zum allgemeinen Unverständnis hat sie die Stirn, den Antrag eines wohlsituierten Pfarrers auszuschlagen. Statt dem Drängen der Familie nachzugeben, folgt Elizabeth hartnäckig ihrem eigenen Urteil ...
Tatsächlich habe ich überlegt, den oberen Satz als Rezension hochzuladen. Es hatte seinen Reiz. Aber ein so wundervolles Buch verdient doch mehr als nur einen Satz.
Ich habe Jane Austens berühmtestes und meistgelesene Werk 2011 zum ersten Mal gelesen. Damals avancierte es sich zu meinem Lieblingsbuch. Doch ich hatte das Bedürfnis es noch einmal zu lesen. Hatte es den Status „Lieblingsbuch“ überhaupt noch verdient? Oder würde es mich beim zweiten Mal vielleicht langweilen? So entschloss ich mich zum zweiten Lesen. Und es war keine Enttäuschung. Ganz im Gegenteil. Ich habe mich noch einmal in diese Geschichte, diese Charaktere, diesen Feinsinn verliebt. Denn „Stolz und Vorurteil“ ist und bleibt es: mein Lieblingsbuch.
Natürlich muss etwas Begründetes vorliegen, wenn ein Buch über mehr als 200 Jahre immer wieder gelesen und gepriesen wird. Jane Austen hat mit „Stolz und Vorurteil“ etwas Herausragendes geschaffen. Als Autorin ist sie unglaublich begabt. Sie schreibt über Dinge, die sie gut kennt und die deswegen sehr authentisch sind. Sie selbst lebte ein ähnliches Leben wie ihre Protagonistin Elizabeth Bennet, allerdings hatte Jane Brüder statt Schwestern und war Pfarrerstochter. Doch Bälle und Heiratsabsichten gab es zu Hauf. Zum Glück, denn so hat diese bemerkenswerte Frau es geschafft, uns mit ihren Büchern in ihre kleine Welt zu entführen und nie wieder loszulassen.
Die Geschichte um Elizabeth und Mr. Darcy ist sicher vielen bekannt. Jane Austen zeichnet in diesem Roman vor allem vielfältige Charaktere. Elizabeth steht für das Vorurteil, Mr. Darcy für den Stolz. Beide müssen einen Reifungsprozess durchlaufen, bevor sie einander ebenbürtig sind und zueinander finden können. Diese Reise ist einfach atemberaubend. Die Liebesgeschichte entspringt einer Hasstirade, wird zu einem zarten Pflänzchen und wird letztlich von wahren Gefühlen genährt. Ich liebe jede Szene zwischen den beiden Protagonisten, aber ich liebe genauso Jane Austens Humor und gezielte Gesellschaftskritik. Zwischen den Zeilen steht einfach noch viel mehr. Die Autorin hatte einen Spürsinn für Figuren, für Charaktereigenschaften und einen sehr gezielten Humor. Wie schlagfertig ist Elizabeth, wie höflich Mr. Darcy und sein Freund Bingley. Aber auch die Familie Bennet und noch viele andere Nebenfiguren haben so viel Detailliebe in ihrer Figur. Ach, was muss das für eine Zeit gewesen sein. Das Schöne ist ja, dass die Charaktere Fehler haben, sie aber bereit sind an sich zu arbeiten. Ich glaube kaum, dass viele Menschen es schaffen, eine so zarte Geschichte so unglaublich zu schreiben. Themen sind das Heiraten, drohende Armut, das Amüsement des Lebens und gesellschaftliche Zwänge. Alles ist toll verpackt und zu einem großen Ganzen gemacht, an dem ich absolut keinen Kritikpunkt habe. Wie gern würde ich der herzensguten Jane einmal begegnen, Mr. Bennet in seinem Arbeitszimmer zusehen oder beurteilen können, wie fies Miss Bingley wirklich ist. Die Charaktere haben Generationen geprägt und ich bin wirklich froh, dass „Stolz und Vorurteil“ noch so häufig gelesen wird. Denn es lohnt sich.
Der Stil von Austen ist genauso feinsinnig, wie ihr Gespür für die Geschichte. Man muss sich natürlich kurz daran gewöhnen, denn die höfliche Ausdrucksweise ist keineswegs heute noch in Gebrauch. Aber das macht dieses Buch noch schöner. Außerdem kommt man dennoch sehr gut durchs Buch, ja vielleicht mag das sogar am Stil selbst liegen. Manchmal ist Austen etwas ausschweifend, aber ich würde nicht einen Satz dieses Werkes streichen wollen. Die Schauplätze sind großartig und man kann sich einfach jede Kulisse vorstellen. Zauberhaft.
Ich bleibe bei meinem anfänglichen Urteil. Jane Austen hat mit dem Roman „Stolz und Vorurteil“ Literaturgeschichte geschrieben. Das Finden der großen Liebe, familiäre und gesellschaftliche Verpflichtungen und Charaktereigenschaften spielen große Rollen. Dazu hat das Buch seine ganz eigene Spannung, seinen ganz eigenen Charme und seine eigene tiefgreifende Botschaft. Man kann aus „Stolz und Vorurteil“ tatsächlich etwas lernen. Ich bin mir sicher, dass es nicht das letzte Mal war, dass ich mein Lieblingsbuch gelesen habe. Ein wahrer Schatz, den ich nicht höher bewerten kann als mit fünf Spitzenschuhen. Leider.



6. August 2017

Mein Monatsrückblick: Juli

Hallo ihr Lieben!


Endlich komme ich dazu, meinen Monatsrückblick zu tippen. Gar nicht so einfach. Denn obwohl ich im Moment eigentlich Zeit habe, komme ich gefühlt zu gar nichts. Aber das kennt ihr sicher...
Was hat der Juli so gebracht? Eigentlich war es ein sehr netter Monat, der entspannteste seit langem. Meine Masterarbeit war vom Tisch und es war noch zu früh, um sich auf das abschließende Colloquium vorzubereiten. Also habe ich mich entspannt und Kraft gesammelt. Leider konnte ich nicht ansatzweise so viel Sport machen, wie ich wollte. Denn leider habe ich mir eine Verletzung eingehandelt. Durch Überlastung und zusätzliche Überdehnung habe ich leidet eine Knochenhautentzündung am Schienbein davon getragen. Jetzt ist das Laufen erst mal auf der Strecke geblieben. Sehr schade. Aber sowas schleppt man sonst ewig mit sich rum. Jetzt am Wochenende habe ich ein Tennisturnier, mal gucken, wie das dann mit dem Bein läuft.
Ich habe zwar nicht so viel Sport gemacht, dafür aber viel gelesen und gepuzzelt. Aber was soll ich auch sonst tun ;) Spaß! Jetzt wo die Sommerferien vorbei sind, muss ich auch wieder viel Training geben und so weiter. Das Leben lässt natürlich nicht auf sich warten.
Ein besonderes Ereignis im Juli war meine Polen-Reise. Gemeinsam mit meinem Vater besuchte ich Krakau und auch das KZ Auschwitz. Mit Klick auf die Namen gelangt ihr zu den Berichten, die ich bereits niedergeschrieben habe. Außerdem habe ich im Juli relativ viel gebloggt und auch neue Blogs entdeckt :) Außerdem habe ich an meinem Blog gearbeitet. Fallen jemandem die Unterschiede auf? :D
Ein schöner Übergang zu meinem buchigen Monat.


Insgesamt habe ich 15 Bücher gelesen




Demetrias Rache - Robert Gordion (221 Seiten) [Rezension]

Hummeldumm - Tommy Jaud [Hörbuch] (320 Seiten) [Rezension]

Malou - Diebin von Geschichten - Lisa Rosenbecker (247 Seiten) [Rezension]

Solo für Sophie - Claudius Morgen (288 Seiten) [Rezension]

Sturz der Titanen - Ken Follett [Hörbuch] (1041 Seiten) [Rezension]

Nova und Avon - Mein Böser, böser Zwilling - Tanja Voosen (304 Seiten) [Rezension]

Die vierte Braut - Julianna Grohe (360 Seiten) [Rezension]

Der Vorleser - Bernhard Schlink (207 Seiten) [Rezension]

Star Wars Episode III - Die Rache der Sith - Matthew Stover [Hörbuch] (500 Seiten) [Rezension]

Schreiben nach Auschwitz - Günther Grass (48 Seiten) [Rezension]

House of Night - Betrogen - Kristin Cast & P. C. Cast (512 Seiten) [Rezension]

Book Elements - Die Magie zwischen den Zeilen - Stefanie Hesse (286 Seiten) [Rezension]

Galgenmädchen - Jean-Claude und Rijckeghem und Pat van Beirs (496 Seiten) [Rezension]

Schicksalsbringer - Fortunas Vermächtnis - Stefanie Hasse (40 Seiten) [Rezension]

Promise - Die Bärentöterin - Maya Shepherd (297 Seiten) [Rezension]


Seiten gesamt: 5167

Hardcover: 3, Taschenbücher: 4, Ebooks: 3, Hörbücher: 3, E-Shorts: 1, Vortragsschrift: 1


Was für ein  Lesemonat. Er kommt nahe an den April heran, in dem ich ja meinen persönlichen Rekord aufstellte. Damals las ich sogar ein Buch weniger, dafür aber mehr Seiten. Denn ich bin mir der geschönten Zahlen des August bewusst, schließlich waren drei der Bücher Hörbücher und zwei lediglich kurze Schriften. Aber ich bin dennoch mehr als zufrieden :)


Die Bücher hielten sich zumeist im guten Mittelfeld. Mein Highlight war auf jeden Fall "Malou - Diebin von Geschichten". Das Buch lag schon seit längerem auf meinem SuB und ich freue mich immer, wenn mein kleiner Karli solche Schätze ausgräbt. Lisa Rosenbecker konnte mich mit diesem Buch jedenfalls vollkommen überzeugen! Tolle Charaktere, innovative Geschichte, viel Spannung und ganz viel Liebe zum Detail. Ich kann euch dieses Buch wirklich nur wärmstens empfehlen, das im Moment übrigens seinen 1. Geburtstag feiert.
Mein zweites 5-Sterne Buch war in diesem Monat "Nova und Avon - Mein böser, böser Zwilling" von Tanja Voosen. Der Autorin bin ich sogar bereits begegnet und sie ist wirklich super nett! Ihr Kinderbuch konnte mich wunderbar unterhalten. Am Ende musste ich wirklich über die Bewertung nachdenken und entschied mich dann für die Höchstmarke. Denn in meinen Augen hat Tanja Voosen ein perfektes Kinderbuch geschrieben, an dem mir nichts fehlte.
Mit 4,5 Sternen habe ich "Galgenmädchen" bewertet, was sich ebenfalls als SuB-Schatz entpuppte. Dieses Buch ist etwas Besonderes, das viel zu unbekannt ist! Es handelt von der Geschichte einer starken jungen Frau, die zwischen Armut und Spionage zu einer reifen Persönlichkeit wird. Wahnsinnig gut! 
Durchweg gut waren viele Bücher in diesem Monat! "Die vierte Braut" von Julianna Grohe wurde immer viel gelobt und ich las die Märchenadaption mit viel Freude. Es war nicht herausragend, aber auf jeden Fall beinhaltet es eine schöne Geschichte. Auch gut gefallen hat mir "House of Night - Betrogen". Zwar gefiel mir der erste Teil besser als sein Nachfolger, aber das Buch ist aufregend und bietet viel Abwechslung. Ich hatte auch etwas zu meckern, aber das könnt ihr in der Rezension nachlesen, wenn ihr möchtet. 
Der Vertreter meiner Klassiker-Rubrik war in diesem Monat Berhard Schlinks "Der Vorleser". Ich habe das Buch eher wegen einer Challenge eingestreut, aber es hat mich wirklich positiv überrascht. Es war doch sehr viel ernster, als ich annahm. Aber es konnte mich abholen und ich kann den "Klassiker-Status" gut verstehen. Jetzt bin ich auf den Film gespannt. Ein sehr interessantes und besonderes Buch war mein Leserundenbuch in diesem Monat. "Solo für Sophie" von Claudius Morgen interessierte mich sofort aufgrund des Covers und dem Thema der Musik. Irgendwie hat das Buch etwas seltsames, aber positiv seltsames. Es ist auf jeden Fall mal etwas anderes und bricht aus meinem Lese-Kanon aus, aber deswegen gefiel es mir auch gut.
Bei "Promise - Die Bärentöterin" wusste ich lange nicht, was ich von dem Buch denken sollte. Aber ehrlich gesagt hat es mich gerade am Ende gepackt und inzwischen halte ich die Geschichte für interessant. Auf jeden Fall würde ich gern wissen, wie es weiter geht. Wegen anfänglicher Schwäche habe ich es aber nicht so stark bewerten können. Trotzdem hat es Potenzial. 
Ein Buch, das ebenfalls kein Überflieger, aber besser als erwartet war, ist "Demetrias Rache". Das Buch hat meine Oma mir empfohlen und ihr zur Freude habe ich es gelesen. Ich dachte ich müsste mich quälen, aber ehrlich gesagt war es sogar ganz nett.
Mein Flop des Monats ist klar bennenbar, dabei habe ich ihm sogar 3 Sterne gegeben. Im Vergleich zu den anderen Büchenr war "Book Elements - Die Magie zwischen den Zeilen" aber leider schwach. Die Geschichte war ganz cool, die Protagonisten konnten mich aber leider nicht überzeugen. Irgendwie hat etwas gefehlt. Sehr schade, denn das kann Stefanie Hasse doch deutlich besser.
Kommen wir zu meinen Hörbüchern. Ich habe noch nie so viel gehört, wie in diesem Monat. Das liegt noch immer an meinem 6000-Teile Puzzle. Beim Puzzlen höre ich Hörbücher und es ist unglaublich, wie viel Zeit in so einem Puzzle steckt. Ich bin leider noch immer nicht fertig, aber ich bin auf der Zielgerade. Beim Puzzlen hörte ich das Mammut-Projekt "Sturz der Titanen" von Ken Follett. Ein beeindruckendes, gigantisches Werk. Ich hatte kleine Kritikpunkte, aber es ist ein wahnsinnig gutes Buch! Das andere Puzzle-Hörbuch war "Star Wars Episode III - Die Rache der Sith" und es war großartig! Ich hatte Angst vor dieser Episode, aber sie hat mich umgehauen! Philipp Moog ist ein so guter Sprecher, dass ich ihn jetzt schon vermisse, denn ich habe seine drei Hörbücher nun leider durch...
Das dritte Hörbuch hörten mein Vater und ich auf dem Weg nach Krakau: "Hummeldumm" von Tommy Jaud. Es ist locker leicht und super lustig und war daher für eine lange Autofahrt genau das richtige.
Am Ende kommen wir noch zu meinen "Schummelbüchern". Die Vortragsschrift "Schreiben nach Auschwitz" von Günther Grass ist es durchaus wert gelesen zu werden. Sie regt zum Nachdenken an und setzt sich gelungen mit der Verarbeitung des Nationalsozialismus in der Nachkriegszeit auseinander. 
Das E-Short war ganz anderer Natur. Es handelte sich um "Schicksalsbringer - Fortunas Vermächtmis" ebenfalls von Stefanie Hasse. Das Buch dazu habe ich inzwischen zu Hause und ich freue mich nach diesem E-Short so sehr aufs Lesen von "Schicksalsbringer". Denn das E-Short ist klasse, es stimmt wunderbar auf die Geschichte ein und unterhält.


Das waren sie, meine Bücher aus dem Juli. Ich bin wirklich zufrieden. Wie man vielleicht merkt, versuche ich weiterhin hart an Karlis Abbau zu arbeiten, aber ich weiß, dass all das im September zunichte gemacht werden wird. Denn zum Geburtstag wünsche ich mir beinahe nur Bücher...Armer Karli. Aber bis dahin kommt nun erst einmal der August. Und der bringt den Abschluss meines Studiums...Was für ein Gedanke. Ansonsten bleibe ich im August entspannt, spiele ein bisschen Tennis und beende mein Puzzle. Hoffentlich.

Wie sieht es bei euch aus? Wie war der Juli, was plant ihr für den August? :)


Eure Julia